Wo ist Erdogan? Diese Frage stellen sich derzeit viele Menschen auf der ganzen Welt! Nach der Wahlschlappe seiner islamisch-konservativen Partei AKP ist der türkische Präsident plötzlich abgetaucht.
IN SEINER VILLA
Normalerweise tritt der 65-Jährige regelmäßig vor die Kameras um zum Volk zu sprechen, doch seit der Wahl am vergangenen Sonntag, bei der Erdogan eine herbe Niederlage hinnehmen musste, fehlt von ihm jede Spur.
Wie BILD aus AKP-Kreisen erfahren hat, soll er sich in seiner privaten Villa in Üsküdar auf der asiatischen Seite von Istanbul befinden. Von dort aus bewertet er die Klatsche bei den Wahlen, bei denen die AKP unter anderem in der Hauptstadt Ankara und in Istanbul verloren hatte.
Auch wenn er weiter Präsident bleibt, ist der politische Verlust der zwei Millionen-Städte eine erhebliche Schwächung für Erdogan.
„UNZUFRIEDEN“
Auf die Frage, wieso sich Erdogan derzeit so rar macht, sagt ein Funktionär:
„Der AKP-Chef ist mit diesem Wahlergebnis sehr unzufrieden und möchte alle für diese Niederlage zuständigen Funktionäre identifizieren und austauschen. Man geht davon aus, dass es den Wechsel nicht nur bei den Landesvorsitzenden der AKP geben wird, sondern auch Wechsel in seinem Kabinett.“
Zusätzlich will Erdogan die Stimmen nochmal nachzählen lassen, er glaubt nicht daran, rechtmäßig verloren zu haben. Die Wahlleitung gab am Mittwoch einem Antrag der AKP auf Nachzählung der Stimmergebnisse in 8 von 39 Wahlbezirken statt. Es wird nun geprüft, ob ein Wahlbetrug vorliegt.
Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu von der Partei CHP hatte den knappen Sieg mit 25.000 Stimmen Vorsprung vor seinem AKP-Rivalen Binali Yidirim für sich reklamiert. Er fordert nun endlich als rechtmäßiger Bürgermeister ernannt zu werden.
