Sie ist ursprünglich auf der portugiesischen Insel Madeira sowie auf den Kanaren heimisch, hat ihren Lebensraum jedoch in den vergangenen 100 Jahren extrem vergrößert: Es ist die Rede von der falschen Witwe! Wissenschaftler melden nun, dass die giftige Spinne vereinzelt auch in Deutschland ihr Unwesen treibt…
ZWEI POPULATIONEN
Nicht in Bananenkisten, sondern über den Pflanzenhandel verbreitet sich die giftige Spinne. Auch in Deutschland soll es bereits zwei Populationen der „falschen Witwe“ (Steatoda nobilis) geben – sie seien in Gartencentern angesiedelt. Die falsche Witwe sieht der hochgiftigen schwarzen Witwe zum Verwechseln ähnlich, kann dem Menschen aber nicht wirklich gefährlich werden. Ein Biss ist trotzdem schmerzvoll und giftig! In den vergangenen Monaten sorgte die falsche Witwe immer wieder für Aufsehen:
In London schlossen im vergangenen Jahr zeitweise vier Schulen, als dort mehrere Exemplare des Krabbeltiers auftauchten. Die Tiere wurden getötet – erst danach wurden die Gebäude wieder freigegeben.
Im Oktober entdeckte ein Mannheimer in seiner Küche ein Exemplar. Er fing das Tier ein und identifizierte es mithilfe eines verwandten Biologen als giftige falsche Witwe. Der Naturschutzbeauftragte Mannheims nahm das Tier in Obhut.
Mit einer schnellen Ausbreitung der Art in Deutschland rechnen die Wissenschaftler um Tobias Bauer vom Naturkundemuseum in Karlsruhe vorerst nicht. Dort, wo sie geeignete Umweltbedingungen vorfindet, dürfte sich die Art in den kommenden Jahren hingegen rascher verbreiten. Am größten sei die Wahrscheinlichkeit auf den westlichen Mittelmeerinseln, in Teilen Südafrikas im südlichen Australien und in Neuseeland.
