Im Frühling waren sie die große Hoffnung für die Impfkampagne gegen Corona. Nur wenige Monate später sind 23.000 von ihnen schon wieder raus…
ÄRZTE
Noch im Mai wurden die Hausarztpraxen überrannt von Menschen, die sich gegen Corona impfen lassen wollten.
Doch viele Ärzte waren nicht auf so einen Ansturm vorbereitet und extrem überfordert. Bereits jetzt gibt es die Konsequenzen…
AUSSTIEG
Laut den neuen Zahlen des RKI sind über 23.000 (!) Praxen bereits nicht mehr Teil der Impfkampagne.
Insgesamt haben 52.600 Praxen mitgemacht. In der Woche vom 2-8. August waren es nur noch 29.300.
GRÜNDE
Dr. Thomas Aßmann führt eine Praxis in Lindlar (NRW). Er verrät einige Gründe, wieso viele seiner Kollegen ausgestiegen sind:
„Zunächst muss man sagen, dass gerade in vielen Bundesländern noch Ferien sind und damit viele Praxen im wohlverdienten Urlaub. Dadurch allein gehen die Zahlen der impfenden Praxen zurück. Hinzu kommt, dass es immer mühseliger wird, Impfwillige zu finden
Sie müssen die Impfung mit Kochsalzlösung verdünnen und zeitnah verimpfen, damit der Impfstoff nicht verfällt. Das ist relativ aufwendig und faktisch nicht während der Sprechstunde machbar. Wir impfen daher außerhalb der regulären Sprechstunde.
Das heißt wiederum, dass wir die Mitarbeiter extra bezahlen müssen. Wir machen das zwar für die Gemeinschaft, aber für die Praxis ist das letztlich ein Plus-Minus-Geschäft (…) Ich selbst habe jetzt schon 20 Akten voll mit Papieren, auf die ich über 600 Unterschriften gesetzt habe und die am Ende niemand mehr haben will.
Auch wenn ich derzeit noch weiter impfe, in Zukunft werde ich das auch nicht mehr mitmachen. Die Politik muss sich entscheiden: Bürokratie oder impfen! Beides ist für Hausärzte nicht tragbar.“


