„ICH HABE IHN GETÖTET“

Vor genau zehn Jahren, am 2. Mai 2011, erschoss Elite-Soldat Robert J. O’Neill den Drahtzieher der Anschläge vom 11. September – Osama Bin Laden. In Pakistan stürmte er damals mit seiner Einheit das Versteck des Terrorfürsten und schaltete ihn mit drei Kopfschüssen aus. Jetzt enthüllt der heute 44-Jährige gegenüber BILD detailreich wie der damalige Einsatz ablief und verrät, dass er für den Fall seines Todes sogar schon Abschiedsbriefe verfasst hatte…

DIE STORY

„Unsere CIA-Analysten hatten uns gesagt, dass wir in dem Haus auf diese und jene Person treffen werden. Und da sind wir. Immer wieder wird geschossen. Und stellt sich heraus: Wir können das deutlich besser. Es ist einfach so: Wenn wenn es zu einem Feuergefecht kommt, gewinnen wir. So einfach ist das.

Wir gehen weiter die Stufen hoch. Die CIA-Analysten sagten uns, dass wir den Sohn, Khalid Bin Laden, finden werden. Er war 20 Jahre alt. Er schoss auf uns, wir töteten ihn.

Dann weiter hoch die Stufen. Wir sind noch zwei Soldaten. Vor mir war ein Soldat, ich war an zweiter Stelle. Ich griff an seine Schulter, drückte zu und machte ihm so klar, dass es Zeit ist, hoch zu gehen.

Ich wollte eigentlich nicht, wollte auf Verstärkung warten. Aber wir mussten uns beeilen, denn wenn Bin Laden sich in die Luft sprengen wollte, würde er das bald tun.

Ich sehe die ganze Szene noch vor mir: Wir laufen die Treppen hoch und ich denke: Nicht ich bin mutig, sondern mein Kamerad vor mir. Ich will einfach nur, dass es gleich vorbei ist.

Wir laufen die Treppen hoch, schieben einen Vorhang zur Seite. Plötzlich ist da eine Gruppe Menschen. Mein Kamerad denkt, dass sie Selbstmordattentäter sind, springt sofort auf sie, um mich zu schützen und sein Leben zu opfern. Zum Glück waren diese Frauen aber unbewaffnet.

Ich drehe mich also in die andere Richtung. Und da steht Osama Bin Laden. Seine Hände liegen auf den Schultern seiner Frau. Er ergibt sich nicht, gibt mir keine Chance, ihn festzunehmen. Er ist eine Gefahr, er bewegt sich, ich halte ihn für einen Selbstmordattentäter und muss ihn so behandeln. Deshalb habe ich ihn erschossen.

Ich habe ihm dreimal in den Kopf geschossen. Das Ganze hat weniger als eine Sekunde gedauert. Er war sofort tot“

TODESANGST

„Wir waren uns absolut sicher, dass wir NICHT wieder nach Hause kommen werden.

Für uns war klar: Wir werden bei diesem Einsatz sterben. Und das hat es auf eine merkwürdige Art und Weise einfacher gemacht. Denn wenn du nichts zu verlieren hast, hast du nichts zu verlieren.

Wir haben unseren Frieden gemacht, mit unseren Kindern, mit Gott. Ein Kamerad nahm mich kurz vor dem Einsatz zur Seite und sagte: ‚Hey Mann, versteh mich nicht falsch, denn natürlich bin ich mit dabei. Aber ich muss es einmal fragen: Warum gehen wir in einen Einsatz, bei dem wir sicher sterben werden?‘

Und er hatte Recht. Er und ich haben darüber gesprochen. Ich habe ihm gesagt: Weißt du, wir holen uns Osama Bin Laden nicht wegen des Ruhms. Wir holen ihn uns, für die alleinerziehende Mutter, die am 11. September ihre Kinder in der Schule abgegeben hat, ins Büro gefahren ist und wenige Stunden später aus dem Fenster springen musste, weil es der erträglichere Tod war, als in dem Turm zu verbrennen. Sie hätte nie in diesen Krieg hineingezogen werden dürfen. Aber WIR schon. Und deshalb gehen wir“

ABSCHIEDSBRIEF

„Ich habe an meine Eltern, meine Frau und meine Kinder einen Abschiedsbrief geschrieben. Einen Brief an jeden.

Meine Tochter war damals sieben Jahre alt. Als ich ihr diesen Abschiedsbrief geschrieben habe, habe ich ihn nicht an die 7-Jährige geschrieben, sondern mir vorgestellt, dass sie 27 ist. Ich habe ihr geschrieben: ‚Es tut mir unendlich Leid, dass ich deine Hochzeit verpasse. Ich bin mir sicher, dass du wunderschön bist. Danke, dass du auf deine Mama und deine Geschwister aufpasst.‘

Ich habe versucht ihr zu erklären, warum es richtig war, diese Mission durchzuführen. Natürlich habe ich geweint. Aber sie musste wissen, warum ich in diesen Einsatz gegangen bin. Sie verdiente eine Antwort“

HIER DIE QUELLE

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