Es klingt wie eine Geschichte aus einem schlechten Krimi – wobei sie selbst dafür zu unglaubwürdig scheint. Abgespielt hat sie sich in Göttingen, Hauptakteur ist ein 18-jähriger Realschulabgänger. Dieser kaufte sich im Jahr 2016 über das Internet hunderte falsche Goldbarren und narrte damit die größte Bank Deutschlands…
11 MAL GELANG ES IHM
Auf Ebay gibt es eine Reihe von Anbietern, die Metallbarren aus Kupfer oder Messing mit einer hauchdünnen Goldschicht überziehen und den Barren somit täuschend echt aussehen lassen, zumindest für das Laienauge – müsste man eigentlich meinen.
Vom Falschgold täuschen ließ sich allerdings auch die Sparkasse in Göttingen und das nicht nur einmal. Immer wieder erklärte sie sich bereit, die falschen Goldbarren des jungen Mannes abzukaufen.
Ganze 11 Mal gelang dem 18-Jährigen die Täuschung. Insgesamt verkaufte er dabei 259 Barren und bekam 300.984 Euro ausbezahlt. Woher der Mann das Gold hatte und wieso er immer wieder mit Nachschub am Schalter erschien, wunderte bei der Sparkasse anscheinend niemanden. Im Gegenteil: Man habe ihn sogar mehrfach angerufen und gefragt, ob er nicht noch mehr besitze.
SO FLOG ES AUF
Erst als auch die Mutter des jungen Mannes versuchte, falsches Gold zu verkaufen, fliegt alles auf. Nicht etwa, weil die Sparkasse Verdacht auf Falschgold schöpfte, sondern weil Ermittlungen wegen Geldwäscherei eingeleitet wurden. Dieser Verdacht bestätigte sich zwar nicht, jedoch flogen die falschen Goldbarren auf.
Das Verfahren ist laut dem Richter momentan ausgesetzt, da erst noch im Detail recherchiert werden müsse, wie hoch der genaue Schaden ist.
Die Sparkasse selbst verhält sich bis dato relativ kleinlaut. Einen Teil des Goldes habe man nämlich bereits weiterverkauft, beispielsweise an die Nord/LB und nach Baden-Württemberg. Ein weiterer Teil ist als vermeintliches Echtgold eingeschmolzen worden.
