Vor genau sechs Monaten, am 27. Januar 2020, wurde bei uns der erste Corona-Infizierte positiv getestet! Der Mitarbeiter des Auto-Zulieferers Webasto in Bayern steckte sich bei einer Kollegin aus China an. Jetzt spricht Patient 1 in einem Interview!
ANONYM
Hattest du dich mit dem neuartigen Virus beschäftigt, bevor du selbst betroffen warst?
Patient 1: „Ich hatte nur die Nachrichten aus Wuhan (China) verfolgt. Damals erschien das Virus noch sehr weit entfernt. Ich hatte tatsächlich am Mittwoch, den 22. Januar, einen Termin bei unserem Betriebsarzt und dort nebenbei gefragt, wie er dieses Virus einschätzt, da ich für 2020 Dienstreisen nach Asien geplant hatte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass ich das Virus schon in mir trage.“
Was ist dir als erstes durch den Kopf gegangen, als du von der Infektion der Kollegin aus China gehört hast?
„Ich habe sofort an meine Familie gedacht. Am Wochenende hatte ich Fieber und Schüttelfrost, jedoch keine Atembeschwerden. Trotzdem war ich sofort um meine schwangere Frau und um meine kleine Tochter besorgt. Ich wusste, dass ich mich sofort auf das Virus testen lassen muss. Zu dem Zeitpunkt gab es leider noch keine offiziellen Hinweise dazu, wo man hingehen muss, um sich testen zu lassen.“
Bei welcher Gelegenheit hattest du die Kollegin aus China getroffen?
„Die chinesische Kollegin hatte ich bei einer einstündigen Besprechung am Montag, den 20. Januar, getroffen. Es gab nur ein Meeting am Montagmorgen. Dort haben wir uns noch alle die Hand gegeben. Ich saß dann auch direkt neben ihr und habe nebenbei Kaffee getrunken.“
Haben sich auch Familienmitglieder oder Freunde bei dir angesteckt?
„Nein, und das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war. Es wurden aber alle zwei Mal getestet, und alle sind negativ gewesen.“
Wie ging es dir in der Zeit im Krankenhaus gesundheitlich? Welche Beschwerden hattest du, und kannst du kurz den Verlauf beschreiben?
„Ich hatte zum Zeitpunkt meiner Aufnahme, außer leichtem Durchfall, keine Beschwerden mehr. Dieser war nach wenigen Tagen weg. In der dritten Woche hatte ich an einem Tag eine leichte Panikattacke, da ich keine Perspektive auf eine Entlassung sah und mir eingebildet habe, ich würde auf ungewisse Zeit festsitzen.“
Wie geht es dir heute gesundheitlich?
„Mir geht es bestens. Ich wurde öfter von Kopf bis Fuß untersucht, und es wurden keine Spätfolgen festgestellt.“
HIER DIE QUELLE
Sechs Monate Corona in Deutschland – Ich war Patient 1 https://t.co/Dbhxjq1n56
— BILD (@BILD) July 27, 2020
